Ehrenamtliches Engagement – ein Akt der Solidarität in Zeiten einer Pandemie?

07.05.2021
Allgemein
3 Minuten

Jetzt haben wir bereits seit gut einem Jahr einen stark veränderten Lebensalltag. Auch im Bereich der Freiwilligenarbeit und des ehrenamtlichen Engagements hat sich viel getan.

Wie genau funktioniert denn das Ehrenamt unter den Voraussetzungen von Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen? Wie kommen Organisationen an neue Freiwillige und wie können die Bestehenden auch weiterhin gehalten werden?

Für diese und weitere Fragen zum Thema konnte ich in der aktuellen Folge meines Podcast „NGO mit Oh!“ mit den beiden Expertinnen aus dem Bereich der Freiwilligenarbeit in München sprechen: Frau Dr. Gerlinde Wouters, der Geschäftsführerin der Förderstelle für Bürgerschaftliches Engagement und Frau Renate Volk, der Leiterin der Freiwilligenagentur Tatendrang.

Seit Beginn der Pandemie ändert sich das ehrenamtliche Engagement nahezu „laufend“. Noch vor dem ersten Lockdown setzten viele Engagement-Bereiche sehr stark auf den persönlichen Kontakt. Dies war von jetzt auf gleich praktisch nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt möglich. Besonders in den Bereichen der Lernunterstützung, der Krankenbesuche oder auch des Engagement in Gemeinschaftsunterkünften waren vor allem ältere Freiwillige aktiv, und diese mussten ihren Einsatz stoppen.

Aber an Aufgeben war dennoch nicht zu denken. So sind Ehrenamtliche, Organisationen sowie Freiwilligenagenturen und Förderstellen hoch engagiert, neue Formen der Unterstützung zu entwickeln – digital und draußen.

Kreativität war und ist mehr denn je gefragt: Angebote wie Telefon- oder Brieffreundschaften mit Seniorinnen und Senioren, Einsprechen von Hörbüchern für kranke Kinder, digitale Lernunterstützung oder Hofkonzerte, auf denen Freiwillige im Freien vor den Balkonen des Altenheims musizieren. Dies ist nur eine kleine Auswahl, dessen, wie sich das Engagement für- und miteinander zeigt.

Da persönliche Begegnungen leider immer noch kaum möglich sind, ist seitdem eine digitale Kommunikation via Telefon, E-Mail oder Video enorm wichtig geworden.

Aber nicht alle haben die nötige Ausstattung. Oder es mangelt an Know-how, wie damit umzugehen ist. Das betrifft nicht selten die Freiwilligen, aber auch die Mitarbeitenden in den Organisationen.

Darüber hinaus macht Corona die tägliche Arbeit doch auch aufwändiger in der Planung, da sich die Rahmenbedingungen und geltenden Regelungen ständig ändern. Absprachen im Home Office sind nicht selten langwieriger als die kurzen Wege im Büro.

Doch gibt es auch positive Entwicklungen durch Corona?

Die digitale Wachstumskurve der Organisationen und Teams seit 2020 ist enorm.

Ebenso ist auch ein Trend festzustellen, dass sich viele Menschen, gerade Jüngere, erstmals für ein Ehrenamt interessieren. Sie sind evtl. in Kurzarbeit, arbeitssuchend, sitzen den ganzen Tag im Home Office und möchten eine Aufgabe mit Sinn. Sie wollen in dieser schweren Zeit ein positives Signal setzen, sind dankbar für die eigene Lebenssituation und möchten dies weitergeben.

Außerdem weicht durch die digitalen Formate die regionale Begrenzung zunehmend auf. So kommen mittlerweile Menschen aus ganz Deutschland im freiwilligen Engagement zusammen. Und der Austausch von Erfahrungen und Ideen zwischen den Regionen und verschiedenen Städten wird immer mehr möglich. Hier ist Synergie erfahrbar.

Alles anders, alles online, aber wie klappt das denn dann mit den Emotionen eigentlich?

Nähe und Emotionen leben von guten Beziehungen, die es schon gibt. Sie neu über die digitalen Wege aufzubauen ist etwas schwieriger. Bewusste und kreative Planung ist auch hier gefragt.

Von besonderen und mit persönlichen Komplimenten versehenen Weihnachtskarten, über Videos, die einen persönlich-emotionalen Eindruck von einer Organisation verschaffen, bis hin zu der dauerhaften dialogischen Kommunikation zwischen Ehrenamtlichen und Organisationen – alles, was dazu beiträgt, Emotionen und Nähe zu schaffen, ist gefragt.

Dennoch, es gilt wahrscheinlich für alle, dass wir eigentlich doch sehr auf die Präsenz und die analogen Begegnungen hin fiebern– denn, besonders soziales Engagement lebt von Begegnung, der Chemie zwischen Menschen und der Atmosphäre.

Also, halten wir durch und hören doch so lange einfach weiter Podcasts…


Podcast “NGO mit Oh”

von: Laura Stanischeff

Immer bestens informiert mit den Newslettern von SCHOMERUS

Abonnieren
Steuerberatung und Rechtsberatung
Schomerus & Partner mbB
Steuerberater Rechtsanwälte
Wirtschaftsprüfer
Wirtschaftsprüfung
Hamburger Treuhand-Gesellschaft
Schomerus & Partner mbB
Wirtschaftsprüferungs-Gesellschaft
Standort Hamburg
Deichstraße 1
20459 Hamburg
Standort München
Möhlstraße 35
81675 München
Standort Düsseldorf
Königsallee 61
40215 Düsseldorf
Pixel