Unternehmen und Corona

03.09.2020
Fundraising
2 Minuten

Die Sommerferien sind zu Ende und Corona hat sich in den privaten, schulischen und beruflichen Alltag eingewebt. Es waren spannende Monate und es wird für uns alle spannend bleiben. Wann kommt die nächste Welle? Gibt es noch einen Lockdown? Wie entwickelt sich die Wirtschaft? Wie verhalten sich die Menschen als Spenderinnen, Ehrenamtliche und Investorinnen?

COVID-19 ist ein Virus. Und Corona ist eine Krise. Eine Krise, die uns in allen Lebensbereichen erwischt hat. Krisen sind nie schön. Wir wurden im März vom Lockdown aus der Bahn geworfen, wir mussten Vollbetrieb ins Homeoffice. Doch dafür fehlte in vielen Organisationen die Technik und die Infrastruktur. Und neben Toilettenpapier waren auch Notebooks ausverkauft. Ganz zu schweigen vom Homeschooling, den fehlenden Arbeitsplätzen zu Hause und dem schwachen Internetzugängen.

Krisen sind nie schön. Aber sie zeigen uns auf, wo es Schwachstellen gibt. In den harten Wochen der Coronakrise haben wir gesehen, an welchen Stellen wir nachsteuern müssen. Viele Organisationen haben festgestellt, dass die Digitalisierung noch nicht abgeschlossen ist. Die Umstellung auf digitale Prozesse hat viele Akteure überrascht, einige wahrscheinlich auch an ihre Grenzen geführt. Doch gravierender sind die Mängel für das Fundraising sichtbar geworden. Während bei vielen Organisationen das Spendenaufkommen deutlich gestiegen ist, haben zahlreiche Organisationen hier Spenderinnen verloren. Die einen haben Spenderinnen gewonnen, andere haben verloren. Sogar im Großspendensegment wurden zusätzliche Erlöse erzielt und neue Gönner/-innen gewonnen. Auf einmal waren Gespräche unkompliziert per Videocall möglich, wo vorher wochenlange Abstimmungen notwendig waren.

Die große Hilfsbereitschaft im Coronalockdown hat sich als nicht überall bemerkbar gemacht. Deutlich verloren haben jene Organisationen, die weder eine starke Marke noch eine starke Bindung zu den Spenderinnen haben. In unserem Newsletter zu Corona haben wir darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig die Spenderinnen- und Markenkommunikation gerade in der Krise sind. Gerade in der Krisen wollen Unterstützerinnen wissen, wo die Organisationen stehen. Weil sich die Menschen sich als ein Teil der Organisation sehen und nicht als Geldgeberinnen.

Krisen sind nie schön. Aber sie zeigen uns auf, wo die Stärken sind. Denn gerade die Organisationen, die ihre Marke am Markt positioniert haben, standen sehr stark im Fokus der Öffentlichkeit. Es gab bei diesen Organisationen ungezählte Anfragen zum Thema Nachlassfundraising. Es gab bei diesen Organisationen zahlreiche Angebot, finanziell zu unterstützen.

In unserem aktuellen Podcast „Unternehmen und Corona“ berichtet Manfred Kumer vom Österreichischen Roten Kreuz über die breite Unterstützung von Unternehmen in der Krise. Während für viele Organisationen die Zusammenbarbeit mit Unternehmen auf Null gestellt wurden, zahlte sich für das Team „Unternehmenskooperation“ im ÖRK die Investition in die Beziehungspflege aus. Während viele Unternehmen selbst um das wirtschaftliche Überleben kämpfen mussten, haben sie nicht die Verantwortung für das gesellschaftliche Miteinander verloren. Und die Organisation ihres Vertrauens unterstützt.

Als Expert/-innen für strategische Entwicklung könne wir nur empfehlen: nutzen Sie den Stresstest Corona und ziehen Sie daraus ihre Konsequenzen. Schließen Sie die offenen Flanken in Ihrer Organisation und bauen Sie die Stärken aus. Und: seien Sie auf die nächste Krise vorbereitet.


Podcast ZIELFÜHRUNG

Dazu passend: Der Podcast ZIELFÜHRUNG, Episode #16: Unternehmen und Corona. Manfred Kumer verantwortet mit seinem Team die Bereich Unternehmenskooperationen und Philanthropie für das Rote Kreuz in Österreich. Im Gespräch mit Andreas Schiemenz gibt er einen Einblick in seine haupt- und ehrenamtliche Arbeit ÖRK, beschreibt den Wechsel zwischen Profit und Nonprofit und berichtet aus seinen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Unternehmen vor und mit Corona.

von: Andreas Schiemenz

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